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Trump versus Wissenschaftler: Der Kampf um die Wortlänge

von Sabine Fritz (Kommentare: 0)

Donald Trump spricht und schreibt wie ein Viertklässler. Sein neuer Term „covefe“ hat bereits Kultstatus erreicht. Psychologen rätseln weltweit über seine Sprache und spekulieren: Ist der Präsident vom geistigen Verfall bedroht?

Ganz unabhängig davon wie man ihn inhaltlich bewertet. Trumps Schlagwort-Rhetorik, sein herausgeschleudertes Stakkato, sein Gebrauch einfacher Terminologie kann laut Psychologen auch ganz andere Gründe haben.

Einfache Sprache als Strategie. Es kann politisches Kalkül sein. Einfache Terminologie, um seine Anhänger mit klaren Botschaften zu versorgen.

Die Universität Hohenheim nimmt jährlich deutsche Spitzenmanager unter die Lupe

Mit dem Hohenheimer Verständlichkeitsindex wird untersucht, wie gut sie zu verstehen sind. Zum sechsten Mal in Folge wurde Telekom-Chef Timotheus Höttges zum verständlichsten Spitzenmanager gekürt. Die Wissenschaftler untersuchten auch, warum andere CEOs so schwer zu verstehen sind. Dabei zeigte sich:

Bandwurmsätze, abstrakte Begriffe, zusammengesetzte Wörter und nicht erklärte Fachbegriffe schmälern die Verständlichkeit am meisten.

Während den Spitzenmanagern über die Jahre hinweg eine immer bessere Verständlichkeit attestiert wird, zeigt eine aktuelle Analyse einer großen Anzahl an Forschungsarbeiten ein ganz anderes Bild auf.

Der Trend geht immer mehr zur Komplexität

Laut dieser Studie wird die Wortwahl immer komplizierter. Das Ergebnis: Wissenschaftliche Literatur ist tatsächlich immer schlechter lesbar als früher.

Die Studie hat festgestellt, dass die Anzahl der schwierigen Wörter und die durchschnittlichen Silben pro Wort kontinuierlich zunehmen.

Und vor allem: Die Wortwahl wird unnötig komplizierter.

Dass sich dieser Trend umkehrt ist laut der Studie nicht erkennbar. Im Gegenteil, der Trend geht dahin, dass Journalisten vorhandene, schwer verständliche Texte vereinfachen und somit einer größeren Gruppe von Menschen zugänglich machen.

Welche Konsequenzen kann die Technische Redaktion daraus ziehen?

Benutzen Sie kurze Wörter

Die am meisten verbreiteten Wörter in der deutschen Sprache haben 1-3 Silben. Verständnis und Wortlänge sind also voneinander abhängig. Versuchen Sie also so kurze Wörter wie möglich zu benutzen, um Sachverhalte verständlich und klar aufzuzeigen. Ein gut verständlicher Text hat laut Flesch-Index im Durchschnitt 1,6 bis 1,7 Silben pro Wort.

Lassen Sie überflüssige Vorsilben weg

Ein einfacher Weg Silben einzusparen ist sie wegzulassen. Warum müssen Sie etwas überprüfen, wenn Sie es auch ganz einfach prüfen können? Wieso sollte Ihr Kunde etwas nachlesen, wenn er es ebenso gut lesen kann? Durch dieses simple Streichen einer Silbe verbessern Sie den Lesefluss Ihrer Texte ohne viel Aufwand.

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