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Superkräfte oder „back to the roots“?

von Julia Bischoff (Kommentare: 0)

 

Unternehmensführungen erwarten von Redakteuren immer häufiger übermenschliche Kräfte. Das biologisch gesetzte Limit des menschlichen Langzeitgedächtnisses hat der Redakteur gefälligst nicht zu kennen.

Denn ein Mensch hat durchschnittlich die Kapazität, sich ca. 50.000 Wörter zu merken. Klar, auf Grund des Bildungsgrades dürfte dieses Limit beim Redakteur natürlich höher liegen. Aber vor dem Hintergrund, dass der Redakteur auch ganz gerne ein Privatleben hat – und somit seinen Wortspeicher auch mit privatem Wortschatz belegt – stößt er mit der verbleibenden Kapazität mit großer Wahrscheinlichkeit an seine Grenzen.
Denn selbst kleinere Fertigungsunternehmen kommen mit Baugruppen, den – je nach Fertigungstiefe – benötigten Einzelteilen, sowie den zu benennenden Zuständen und Prozessen, schnell auf über 100.000 erforderliche Wörter.

Und hier bedarf es regelrechten biologischen Superkräften, sich all diese Benennungen, sowie zusätzlich deren Synonyme und unterschiedlichen Schreibvarianten zu merken.

Aber wehe der Redakteur verwendet die falsche Benennung für ein Ersatzteil, so wird er dafür verantwortlich gemacht, dass der Kunde das Teil nicht im Online-Shop findet, kostspielige Retouren verursacht werden oder der Leser in den FAQs nichts findet.

Geht es jedoch um Kosten verursachende Programme, die für qualitatives Texten heute dringend benötigt werden, so wird der Redakteur gerne wieder in die Schublade „aber konsistente Texte wird er ja wohl noch ohne Hilfe hinbekommen“ geschoben.

In Fällen wie diesen macht es für den Redakteur daher Sinn, auf Programme zurückzugreifen, die er standardmäßig bereits besitzt.


So ist beispielsweise Microsoft Office als Sprachprüfprogramm in der Technischen Dokumentation alles andere als perfekt, jedoch deutlich besser als nichts. Microsoft Office enthält unterschiedliche Funktionen, die für den Technischen Redakteur beim Verfassen konsistenter Texte sehr hilfreich sein können. Dies betrifft sowohl die Kontrolle des Stils als auch der Terminologie.

Die folgenden Videos zeigen Beispiele, was Office bei der Terminologiekontrolle leisten kann, wenn es an die jeweilige Unternehmenssprache angepasst ist.

Abgelehnte Benennungen werden während des Schreibens automatisch durch die im Unternehmen erlaubten Benennungen ersetzt:

Nicht erwünschte Schreibvarianten werden während des Schreibens automatisch durch die, im Unternehmen festgelegten, richtigen Varianten ersetzt:

Die Rechtschreibkontrolle zeigt Schreibfehler der unternehmensspezifischen Benennungen auf:

Die Beispiele zeigen, dass Microsoft Office eine sehr nützliche Hilfe für den Technischen Redakteur sein kann.

Aber – ja, wie so häufig im Leben gibt es auch hier das berühmt-berüchtigte „aber“ – werden die einzelnen Office Funktionalitäten falsch eingesetzt, werden falsche Einstellungen gewählt oder werden die falschen Daten an den falschen Stellen hinterlegt, dann ist Office als Sprachprüfprogramm mehr als frustrierend und verschlingt mehr Arbeitszeit als dass es Nutzen bringt.

Und schon drängen sich folgende Fragen auf:

Wie groß ist der Einsatz, um Office zielführend auf das jeweilige Unternehmen zu pimpen? Steht hier der ROI in einem sinnvollen Verhältnis? Und in wieweit kann auch ein konsistenter Schreibstil unterstützt werden?

Diesen Fragen wollen wir in den nächsten Blogs nachgehen.

 

 

 

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