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Shift happens …

von Sabine Fritz (Kommentare: 0)

Die Anforderungen an Redakteure im Bereich des Maschinenbaus werden sich im Laufe der nächsten Jahre deutlich ändern. Der Wandel ist in einigen Unternehmen bereits heute zu spüren.

War es bisher von grundlegender Bedeutung, dass der Redakteur ein gutes technisches Grundwissen oder als Quereinsteiger sogar eine Ausbildung im Ingenieurswesen vorzuweisen hatte, so wird im Rahmen von Industrie 4.0 ein deutlich zu spürender Wandel im geforderten Know-how stattfinden.

Geschuldet wird dieser Wandel der Tatsache, dass sich durch Industrie 4.0 die zu dokumentierenden Prozesse essenziell ändern werden. Wurden bisher in der Technischen Dokumentation vorwiegend Beschreibungen für den menschlichen Bediener der Maschine geliefert, wie er die Maschine zu handhaben hat, so wird es in Zukunft zunehmend darum gehen, IT-Prozesse zu dokumentieren. IT-Prozesse, bei denen die Maschinen im Rahmen der M2M-Kommunikation selbstständig miteinander und mit zentralen Schaltstellen kommunizieren.

Die Beschreibung von Bedienoberflächen, Programmieranleitungen usw. sind seit Jahren Standard für viele Redakteure im Maschinenbau. Die Dimension der zu beschreibenden Hard- und Software wird zukünftig jedoch eine vollkommen andere sein.

M2M-Kommunikation erfordert vom Redakteur ein deutlich erweitertes IT-Fachwissen

Zentrale Schlagworte sind hier beispielsweise IoT, IoT-Plattformen, Cyber Physical Things, OPC UA, RFID, DEP und DIP.
Es wird vermehrt die Aufgabe des Redakteurs sein, Prozesse zu beschreiben, wie beispielsweise Maschinen via einer App in IoT-Plattformen eingebunden werden, wie das M2M-Kommunikationsprotokoll OPC UA konfiguriert wird, sowie einer Beschreibung der Schnittstellen der Datenendpunkte (DEP) und Datenintegrationspunkte (DIP).

Aufzuhalten ist dieser Wandel nicht mehr

So zeigen beispielsweise die aktuellen Zahlen der „Industriegüterstudie 2018“, dass die digitale Transformation bereits zu einer Sonderkonjunktur der weltweiten Maschinenbau-Industrie führt. Und eine Studie von TCS und Bitkom Research zeigt, dass der Maschinen- und Anlagenbau der Digitalisierung gegenüber sehr aufgeschlossen ist, eine besonders große Hürde der digitalen Transformation jedoch das mangelnde Fachpersonal ist.

Und während Hochschulen neue Industrie 4.0-Studieninhalte für Ingenieure bereits in den Lehrplan integrieren, ist dies aktuell im Rahmen der Ausbildung zum Technischen Redakteur noch kaum realisiert.

 

 

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