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Redakteure sind gezwungen in Sicherheitshinweisen Text durch Bilder zu ersetzen

von Sabine Fritz (Kommentare: 0)

Im produzierenden Gewerbe ändert sich das Arbeitsfeld der sogenannten geringqualifizierten Arbeitskräfte grundlegend. Mussten diese früher noch einfache manuelle Tätigkeiten durchführen, so steuern auch sie heute immer häufiger Maschinen und Technologien.

Hierdurch steigen die Anforderungen an die geringfügig Qualifizierten permanent an, gleichzeitig reduziert sich der Prozentsatz funktionaler Analphabeten jedoch nicht.

Somit wird die Kluft zwischen Anforderung und Können immer größer

Im Rückschluss bedeutet dies, dass immer mehr funktionale Analphabeten komplexe Maschinenanleitungen lesen müssen.

Dies ist bei weitem kein ausschließlich deutsches Problem, sondern betrifft auch die Zielländer der exportierten Waren. Der Redakteur verfasst seine deutschen Ausgangstexte und diese werden im Anschluss in die jeweiligen Landessprachen übersetzt.

Ist bereits der deutsche Ausgangstext zu kompliziert formuliert, so verbessert sich die Textqualität in der jeweiligen Übersetzung mit Sicherheit nicht.

75% der australischen Unternehmen berichten, dass Analphabetismus ein großes Problem darstellt

Laut Innes Willox, Chief Executive der Australian Industry Group, ist die Lesefähigkeit mancher Arbeiter so gering, dass Unternehmen gezwungen sind, Sicherheitshinweise in Form von Bildern anstelle von Wörtern zu verwenden. Und fügt hinzu, dass die Arbeitssicherheit ansonsten nicht mehr gewährleistet werden kann. Mit der steigenden Anzahl an immigrierten Arbeitskräften wird das Problem in Australien immer größer.

Vor diesem Hintergrund sollten dem Technischen Redakteur auch die Zahlen der aktuellen OECD-Studie bewusst sein:

Die drei größten Importeure deutscher Produkte haben eine unterdurchschnittliche Lesekompetenz:
Hinsichtlich der Lesekompetenz liegt Großbritannien knapp unter dem OECD-Durchschnitt, USA und Frankreich hingegen liegen signifikant unter dem OECD-Durchschnitt.

 

 

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