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Neue Standards als Herausforderung für die Technische Redaktion

von Sabine Fritz (Kommentare: 0)

Eine gekonnte Kombination aus Chatbot, Augmented Reality, Videoerklärungen und „traditionellen Handbüchern“ setzt neue Standards für die Arbeit der Technischen Redaktion.

Nehmen wir als Beispiel die Fahrzeugindustrie. Vorbei sind die Zeiten, in denen auf der Armatur im Fahrzeug ein Symbol aufleuchtete und das fröhliche Rätselraten begann. Gefolgt vom Herauskramen des Handbuchs und der mühsamen Suche nach Anweisungen zum Lösen des Problems. Dies wiederum gefolgt von zeitintensivem Suchen in Tabellen im Anhang des Handbuchs, welches denn nun das für das eigene Fahrzeug passende Ersatzteil ist.

Wie bequem sind da die modernen Methoden der Darbietung Technischer Dokumentation.

Dies beginnt bereits damit, dass dem Nutzer auf dem Smartphone automatisch angezeigt wird, wenn im eigenen Fahrzeug ein Problem auftritt. Umgehend gefolgt von einer Anzeige genau der für die Lösung seines individuellen Problems relevanten Informationen.

Und hier hat der Nutzer die Möglichkeit mit einem Klick zu wählen, wie er diese für ihn passenden Informationen präsentiert haben möchte. Entweder mittels einer Textfassung oder eines Videos.

Ein weiterer Standard moderner Technischer Dokumentation ist die Augmented Reality

In der Fahrzeugindustrie ermöglicht es diese beispielsweise, mittels einer Smartphone-App die Bedienteile im Fahrzeuginneren zu identifizieren und sich dann eine Erklärung deren Funktionalität anzeigen zu lassen. Beispiele hierfür sind Mercedes und Genesis.


Und jetzt kommt noch ein weiterer Trend in der Technischen Dokumentation hinzu: die digitalen Sprachassistenten.

Haben Sprachassistenten wie Siri, Alexa oder Cortana bereits den smarten Haushalt erobert, so erobert die digitale Sprachassistenz nun auch das Fahrzeug.

Für 2018 kündigt Mercedes beispielsweise die neue „Ask Mercedes“-App für den deutschen Markt an. Diese erweitert die Wahlmöglichkeiten für den Nutzer durch eine auf der IBM Watson Technologie basierenden Sprachassistenz. Die App ermöglicht es dem Nutzer, per Text oder Sprache, gezielt Fragen zu stellen. Unter Einsatz von künstlicher Intelligenz werden daraufhin die entsprechenden Informationen ausgegeben.

Und auch Bosch bring mit „Casey“ einen Sprachassistenten ins Fahrzeug.

 

Was bedeutet dies für das Arbeitsumfeld des Technischen Redakteurs?

Die Beispiele spiegeln den grundlegenden Wandel im Arbeitsfeld des Technischen Redakteurs deutlich wider. Die „traditionelle“ Bedienungsanleitung wird aus rechtlichen Gründen noch mitgeliefert, wird durch die neuen, für den Nutzer deutlich bequemeren, Medien jedoch immer weiter verdrängt.

Sind diese neuen Standards moderner Technischer Dokumentation erst einmal gesetzt, werden sich Unternehmen diesen auf lange Sicht nicht mehr entziehen können. Mit der Folge, dass Redakteure ein deutlich erweitertes Grundwissen hinsichtlich moderner Methoden mitbringen müssen.

Dies betrifft nicht nur die Programme an sich, sondern auch die Methoden, wie zum Beispiel „Drehbücher“ für Videoerklärungen zu verfassen. Oder das effiziente Verfassen von Texten, die dem Nutzer in individuellen, kleinen Häppchen angezeigt werden, losgelöst vom Gesamtkontext einer „traditionellen“ Bedienungsanleitung.

 

 

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