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Erschreckende Zahlen und kaum eine Redaktion reagiert

von Sabine Fritz (Kommentare: 0)

Deutschland rühmt sich seines Bildungssystems, doch nahezu jeder zehnte Deutsche hat nach Hochrechnungen Schwierigkeiten damit, eine Bedienungsanleitung zu lesen.

Das folgende Bild basiert auf einer Studie der Universität Hamburg und lässt Einen fassungslos zurück. Es zeigt auf bestechende Art, dass es für viele Deutsche fernab jeglicher Möglichkeit liegt, eine komplexe Bedienungsanleitung zu lesen:

Analphabetismus

Die oben aufgeführten Beispiele betreffen die sogenannten funktionalen Analphabeten. Funktionale Analphabeten können zusammenhängende Texte – wie beispielsweise eine Bedienungsanleitung – entweder gar nicht oder nur sehr schwer verstehen.

 

In Deutschland leben ca. 7.5 Millionen funktionale Analphabeten im erwerbstätigen Alter

Diese Zahl stammt aus einer Studie der Universität Hamburg aus dem Jahre 2011. Sie hat sich in der Zwischenzeit durch die Flüchtlingsthematik nochmals erhöht. Ausschlaggebender für den Anstieg ist jedoch etwas anderes.

Ebenfalls aus der Studie des Jahres 2011 stammt folgende Zahl:

Weitere 13,3 Millionen Deutsche besitzen große Probleme beim Lesen (Alpha-Level 4). Hinzu kommt noch eine schambehaftete Dunkelziffer, die in den Statistiken nicht auftaucht. Menschen, die sich über Jahre hinweg durchgemogelt haben, kommen jetzt noch stärker unter Druck. Denn die Leseanforderungen steigen durch die Digitalisierung deutlich an.

Bei einem derart hohen Prozentsatz ist es doch erstaunlich, dass das Thema in kaum einer Technischen Redaktion thematisiert, geschweige denn realisiert wird. Insbesondere betrifft dies Redakteure, die Texte für Alltagsgegenstände wie Waschmaschinen, Mikrowellen oder Kaffeeautomaten verfassen.

 

Das häufig verwendete Zauberwort heißt hier: Leichte Sprache.

Diese ist bei genauer Betrachtung für den Technischen Redakteur jedoch alles andere als leicht zu realisieren:

 

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