Blog

Erfolgreich wie David

von Julia Bischoff (Kommentare: 1)

Auf der einen Seite bis aufs Messer mit High-Tech ausgestattete Redaktionen von Großkonzernen und dem gegenüber teils noch mit "Hammer und Meißel" arbeitende Redaktionen kleiner Unternehmen. Und während sich die Großen zusätzlich den Luxus eines internen Terminologen und Übersetzungsmanagers leisten können, muss der Redakteur kleinerer Unternehmen als altbekannte eierlegende Wollmilchsau das komplette Aufgabenspektrum selbst abdecken – und soll die Daten und Prozesse am besten auch noch kurz nebenbei und ohne zusätzliches Budget optimieren.

Vor diesem Hintergrund mag so mancher Best-Practice-Bericht, der zeigt mit welchem Elan Großkonzerne ihre Redaktionen auch im Hinblick auf Digitalisierung aufrüsten, für den ein oder anderen zynisch klingen.

Und während Dozenten – und hier rutschen auch wir immer wieder in diese Schiene – großspurig präsentieren, was es heute doch für tolle Programme gibt, und predigend hinterher schieben, dass man als Redakteur jetzt doch ganz schnell seine Prozesse und seine Terminologie in den Griff bekommen muss (da sonst dunkle Wolken am Horizont drohen), so verdreht der ein oder andere Redakteur leicht genervt die Augen und kommentiert wie folgt:

Ist ja alles schön und gut, hat aber mit meiner Realität so ganz und gar nichts zu tun. Ich verfasse Texte noch in Word, das Übersetzungsvolumen ist überschaubar. Und ich habe absolut keine Zeit neben dem Verfassen der Texte noch mal kurz nebenbei Prozesse zu optimieren und Terminologie zu erarbeiten. Und was bringt mir die Existenz hoch funktionaler Programme, die sich finanziell fernab unserer Schlagdistanz befinden?


Fakt ist jedoch auch, dass Technische Redaktionen, die sich aktuell nicht um die Optimierung ihrer Prozesse und Daten kümmern, Gefahr laufen den Anschluss zu verpassen und die falschen Weichen zu stellen. Und so geht die Schere zwischen den großen und kleinen Redaktionen immer weiter auseinander.

Es ist der klassische Fall von David gegen Goliath

Redaktionen kleinerer Unternehmen ziehen oftmals den Kürzeren: Der Mangel an Datenqualität und moderner Infrastruktur in Redaktionen wird spürbar.

Doch mit welchen Mitteln können sich KMUs wappnen, um den Kampf gegen Goliath zu gewinnen?


Durch kluge Strategien haben KMUs die Möglichkeit auch ohne großes Budget mit Goliath mitzuhalten. Dies insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass KMUs aufgrund ihrer weniger komplexen Strukturen und ihres meist geringeren Datenvolumens deutlich agiler sind.

In den kommenden Blog-Beiträgen wollen wir Ihnen einige solcher Strategien als Denkanstöße vorstellen.

 

 

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Kommentar von Ralf Steiner |

Hallo - interessanter Ansatz und sehr realistisch, den 'Augenverdreher' hatte ich auf Konferenzen auch schon öfter, bin schon gespannt auf die Denkanstöße ...
Kleiner (sprachlicher) Hinweis noch: In der Redensart ist man "bis an die Zähne bewaffnet/gerüstet", aber man "kämpft bis aufs Messer" ... ;-)