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David navigiert gekonnt durch den Dschungel

von Julia Bischoff (Kommentare: 0)

Wie bereits angekündigt wollen wir dem Thema David gegen Goliath nachgehen. Und hatten bereits erwähnt, dass es heute für Technische Redaktionen essenziell ist ein vollständiges Regelwerk für kontrollierte Sprache zu haben. Dieses ist Voraussetzung für alle weiteren Schritte.

Doch „Kontrollierte Sprache“ wirft man häufig so Nonchalance in den Raum. Ganz nach dem Motto:

Hab ich auf der Fachtagung gesehen und jetzt lieber Redakteur „mach mal kurz“.

Für kleinere Redaktionen ist kontrollierte Sprache jedoch zu vielschichtig, als dass man sie in einem Rundumschlag umsetzen sollte bzw. kann. Denn sie bezieht sich auf mehrere Ebenen: Terminologie, Stil und Formatierung. Hier hat es sich als äußerst sinnvoll erwiesen, Schritt für Schritt vorzugehen, um dann die einzelnen Themen auch in die Praxis umzusetzen und es nicht nur bei der Theorie zu belassen.

Bevor wir auf Stil und Formatierung eingehen, wollen wir mit dem leidigen Thema Terminologie beginnen:

Dass es heute ohne eine qualitative Terminologie für den Redakteur nicht mehr möglich ist qualitative Texte zu verfassen, die den Anforderungen der Digitalisierung entsprechen, ist jedem bekannt. Trotzdem liegt der hierfür erforderliche Terminologieleitfaden in den meisten Unternehmen nicht vor.

Grund hierfür sind häufig die folgenden zwei Hürden


Hürde 1

Der Redakteur fängt an und sucht die sprachlichen Eigenheiten seines Unternehmens und baut hiervon ausgehend Stück für Stück einen Terminologieleitfaden auf. Mit dem Resultat, dass es nicht selten bei einer Festlegung der Schreibweise von Produktnamen bleibt. Das ist jedoch keine kontrollierte Sprache. Hier ist es insbesondere für kleinere Redaktionen wichtig, bestehende Standards als Basis zu verwenden und diese bei Bedarf an das eigene Unternehmen anzupassen.

Und hierfür existieren qualitative Vorlagen:

 

Hürde 2

Um sich einen umfassenden Standard als Basis anzueignen, ist der Redakteur nun gezwungen, sich die entsprechenden Regeln aus den einzelnen Normen, Richtlinien sowie Empfehlungen von Fachorganisationen und einschlägiger Literatur selbst zusammenzustellen. Denn die einzelnen Quellen verfolgen unterschiedliche Ziele und betrachten die Regeln daher aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

Dies bedeutet in der Praxis: Die verstreuten, verschachtelten und fragmentierten Regeln aus unterschiedlichen Quellen aufzuspüren, zu sammeln, auszuwählen, zu priorisieren und unternehmensweit nutzbar zu machen, erweist sich als Sisyphusarbeit.

Hat der Redakteur eruiert, welche Quellen existieren und wo die einzelnen Regeln liegen, muss er sich durch ca. 800 Seiten Text kämpfen und die fragmentierten Regeln mühsam und zeitintensiv zusammenstellen. Gefolgt von einer aufwendigen Priorisierung und Einstufung der einzelnen Quellen und Regeln. Die unterschiedlichen Quellen sind teilweise übereinstimmend, teilweise widersprechend. Manche Quellen lassen Regeln offen oder undefiniert, in anderen Quellen werden die gleichen Regeln dagegen festgelegt.

Das Ausmaß der zu bewältigenden Arbeit zeigt die folgende Grafik:

Quelle: eigene Darstellung; Anzahl der Regeln die in der entsprechenden Quellkombination vorkommen.
 

Ein Arbeitsaufwand, der neben der alltäglichen Routinearbeit für den Redakteur nicht leistbar ist. Er benötigt einen fertigen, allgemeingültigen Standard, den er einfach in seinen Redaktionsleitfaden übernehmen kann.

Und genau diese Arbeit nimmt Ihnen unser Terminologieleitfaden* ab. In ihm sind alle offiziell gültigen Normen und Regeln zusammengetragen, gegeneinander abgeglichen und priorisiert.

 

Liegt in kleineren Redaktionen dann ein Terminologieleitfaden vor, ist es im nächsten Schritt wichtig, dass die entsprechenden theoretischen Regeln auch in die Praxis umgesetzt werden. Und dies auch im Hinblick auf kleinere Redaktionen mit einem überschaubaren Budget für die entsprechende Softwarelösung.

 

 

 

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